Marco Steeger - Autor

Hier sind einige meiner unveröffentlichten Rohgedichte. Raus aus dem geheimen Büchlein, das mich seit vielen Jahren begleitet. Einige dieser Textzeilen sind noch während meiner Schulzeit entstanden. Ich wünsche dennoch viel Spaß damit. .

wunderbar

neben dir ohne dich
ohne dich in mir
in mir zu viel von mir
außer mir zu viel von dir
ohne mich in dir
in dir viel zu viel
zu zweien doch allein
erst nur zum schein
dann doppelt sogar

Strohhalm

Das Blut eines Traums
Das da lacht auf dem Bette
Gibt keinerlei Raum
Schließt dich an die Kette

Alles war falsch
Schien es auch rein
Das Wasser fließt ab
Der Dreck kommt zu Schein

Alles Gedachte
hat seinen Zweck
Bleibt nie verborgen
Nur ewig als Fleck

Und Angst dich ergreift
Dein Blick ist vernebelt
Deine Schritte sind steif
Deine Hoffnung geknebelt

Hast du noch Freunde
Ein Leben, ein Glück
Das allzu vergänglich
Mit jedem Tag ein Stück

Warum denn ich?
Schreist Du heraus
Warum denn nicht?
Schallt’s in dein Haus

Warum denn nicht?!
Wird dir gewahr
Du weißt keine Antwort
Trotz aller Gefahr

Alles hat Sinn
Und alles darf sein
Findest du zwar nicht ganz
Doch was bleibt bei der Pein

Nun gut, ein kleiner Schimmer
ist da schon
Drum greif ihn dir
Sonst läuft er davon

Der Schlüssel liegt
In einer Blume begraben
Du bist der Held
Deiner eigenen Taten

Glaube an dich
An Deine Geschichte
Glaub an den Wert
In diesem Gedichte


allerhand

ich habe dich verträumt
die lieb nicht ernst genommen
meine chancen perfekt versäumt
bist nun davon geschwommen
die zeit hat uns gefressen
hat das gefühl zersetzt
das heilige ward vergessen
das andere überschätzt
wir haben uns verstanden
doch nicht zu uns gestanden
entgleist auf grader strecke
erstickt unter der decke
erfroren im wüstensand
das ist schon allerhand
so ist es wohl im leben
nichts kriegen und viel streben


neu-tral

aufgespürt von der unruhe boten, flieht alles eitle
dringt nun die wärme aus den augen und schickt das nichts ins dasein
dies verdrängt die poesie des herzschlags und klärt der seele gruben
angebrannte federreste zeugen vom daunenkissen der gefühle
sie geistern noch immer im windspiel der gedanken
ein wenig schwerfällig und angenüchtert, doch nic ht vollends sinnentleert
tanzen sie wirbelnd über den letzten psychokohlen
des sterbenden feuers vergangener nächte und träume
verschmelzen sich umarmend in der hitze sich berührender zeiten
verkleistern freundlich die lider der hoffnung augen
die gleich nebenan ein wenig gefesselt auf einem hinkenden stuhl sitzt
und vor- wie nachdenkt über den sinn des seins und meins
denn die zukunft hat meistens nur noch wenig geschmack
wenn der qualm der bestatteten liebe in den gereizten nüstern sitzt
sie wird geduldig pusten und ausharren auf diesen kurzen beinen
solange bis der große mülleimer des lebens kommt, in dem das ewige leben wartet


Vertrauen

Der rotdurchglühte Dunst des heißen Sommertages
Klebt noch im Körper matt und schwer
Doch mit der Dämmerung kommt auch die Kühle
Benetzt dich zart und macht dich leer

Das schwirrende Licht der kleinen Gaslaterne
Beugt sich der gebieterischen Dunkelheit
Die alles in sich aufzehrt, auch die Sterne
Und ohn’ Gnad’ hüllt in ihr dumpfes Kleid

Die Ratten der Kanalisation sind über die Kabel hergefallen
Gierig schlingend löschen sie das letzte Licht
Aufsteigt der Nebel grau und schlier, und Ängste wallen
Durch den Kopf und matten dein Gesicht

Auch die Tiere sind verstummt, gedenk des heiteren Vogelscherzens
Was ist geschehen, dass nichts sich ineinander füge?
Eine Tat sitzt wie ein Fels in der Brandung deines Herzens
Denn alles war nur eine SCHLAUGOLDENE Lüge

Alles Deutsch

Gehirnwäsche und Volksverführung
Barbarische Botschaften
Meinungsdiktatur
Ohne dass er es bewirkt
Meinungsmacher auf Tournee
Alles nach Geschmack
Dienst am Volke
Täuschung und Betrug
Vorzeigefamilien
Wo Waffen nicht mehr wirken
Walten Worte wahre Wunder
Leben für die Spielregeln
Rollen gegen Liebesdienste
Die Kanaille Mensch
Rachsucht und Volkszorn
Auslöser und Aufsteiger
Erfüllungsgehilfen
Blutrote Synagogen
Klagende Fenster klirren
Komm, wir vergiften unsere Kinder
Brandstifter und Scheiterhaufen
Keine Hoffnung und Haftung
Umtausch ausgeschlossen
Ehrgeizig, wendig und skrupellos
Bewegung des Volkes
Städtesterben
Es wird einmal ein Wunder geschehen
Fabelhaft
Totenkult und Terror
Lügenmäuler und Hetzen
Vernichtung des Menschen
Feuertaufe
Radikale Schnitte durch den deutschen Chirurgen
Triumph des kleinen Doktors
Menschenhass und Lebenskraft
Sündenböcke gesucht
Und gefunden
Fassadenbilder und Menschenkennzeichen
Vergangenheit
Und alles deutsch!

Bitte nur schön

Ich bin Ihr nicht richtig
Bin ihr nicht genug
Ich find das nicht wichtig
Und mag Selbstbetrug

Sie sieht mir ins Auge
Und blickt dran vorbei
Ich mich dran fest sauge
Der Schein macht den Mai

Sie liest meine Lippen
Weiß auch nicht warum
Mag das Schicksal nicht kippen
Das ist nicht selten, doch dumm

erwachen

neben mir/ tattoo und bier
haar auf dem kissen/ stets ein vermissen
atem ist kalt/ nirgendwo halt
ton abgeschaltet/ enge verwaltet

stürzen und segnen/ der liebe begegnen
niemals real/ lieber banal
blicke nach oben/ hormone toben
alleine im sein/ stöhnen zum schein

träumen von gold/ durchs bett gerollt
alles sehr schön/ höflichkeit und verstehen
feige und schwein/ trieb und gedeihen
mord ohne täter/ geweint wird später

alles nur spiel/ flug ohne ziel
weg sehr klar/ angst offenbar
nichts macht schwer/ leere noch mehr
ende ist nah/ zukunft wird rar


nackt!

du ich hab
angst was kommt
alles
verwischt
die gedanken
verdrängt ertränkt
und einsam
ich bin
tot
im reich der lebenden
die nicht wahrnehmen
ihr siechen und sterben
öffnet doch die augen zu spät
für sie und mich zu viel
um zu vergessen
braucht es mehr
viel mehr
braucht es nicht
die angst
zieht uns aus!


wüste der ordnung

wenn falschheit und berechnung zum erwachsensein gehören
dann möchte ich für immer kind bleiben
schmerzen sind was feines kleines
die gehören zum glück nur mir allein
das leben ist auch nicht mal so schlecht nur gerecht
ich fühl mich wohl
ich fühl mich hohl
das kannst du glauben
alles ist relativ irgendwie
von einem bestimmten zeitpunkt ab
ist eh alles nur noch flickwerk
wir sind auch nur menschen
und schauen was wir kriegen können
jetzt
stirbt ein mensch auf dieser welt
wer überlebt ist lang kein held
engel oder nicht
zeig mir dein gesicht
den dies ist ein gedicht
mit reimen ist jetzt schicht
ich schmelze dahin
wenn ich plötzlich erfahre
dass ich genau so bin, wie ich immer sein wollte
es aber nie bemerkt habe
wenn engel engel lieben
dann spüren das alle menschen
und jeder ist glücklich
oder auch nicht
der fuchs sagt guten abend
und meint es auch noch so
heute nacht träumte ich von mir
ein traum ist kein versprechen
hast du schon mal über eine hirntransplantation nachgedacht
ja früher schon mal
man braucht mehr als nur geduld
nichts ist für nichts zu haben
wieso verlieren wir uns immer dann
sobald wir uns gefunden haben
warum ist das leben immer dann zu ende
wenn wir glauben zu wissen wie es funktioniert
warum bemerken wir das glück erst dann
wenn wir es verloren haben
das sind die schatten der erleuchtung
fahles licht scheint in den unbewohnteren teil meiner seele
ich kann nicht besser malen mama
in den niederlagen liegt meist mehr kraft als in den siegen
korrigiere deine wahrheit
wir leben zur fehlerbeseitigung
oder zur auslebung des fehlers
oder wir leben - aus
der fehler steckt wie immer im detail
in jeder kleinen zelle
unseres organismus
menschen essen delphine
reibungsarme energiespeicherung
selbst wir sind fehler des planes
ein fehler gottes
ein fehler adam und evas
ohne den wir nie existieren würden
auch wenn wir die schulden niemals abtragen können
es hat sowieso keinen sinn - nütze ihn!


Hüterin

Man trifft sich immer zwei Mal im Leben
Jeder bekommt seine zwei Chancen
Man muss sie nur erkennen

Wir werden uns wiedersehen
Wir werden uns atmen und tragen
Wir werden reden und lieben

Nachts träume ich von dir
Obwohl ich nicht mehr weiß
Wie du aussiehst

Dein Gesicht verblasst
Doch dein Herz kann ich sehen
Die Welt scheint entrückt

Immer neue wahnsinnige Wege
Die sich vor uns öffnen
Für uns, hoffe ich

Gib mir deine kluge Hand
Und lass uns den ersten Schritt
Gemeinsam wagen

Sind das nur fade Träume
Erinnerungen – schamlos eingebrannt
Alles schrecklich - Schön

Wie hartnäckig du dich
In mir festkrallst
Dich eingerbst ins Leder meiner Seele

Jede einstige Berührung
Durchzuckt mich wie ein Blitzschlag
Du fauchst aus mir

Auch wenn das nur Träume sind
Sie gehören mir
Werde sie niemals hergeben (können)

Immer wirst du mein Traum bleiben
Immer der Ursprung und das Ziel
Meines sinnlosen Suchens sein

Will ich mich spüren
So denk ich an dich
Auch wenn ich in fremde Augen blicke

Für immer in mir, unsterblich
Werd dich beschützen und hüten
Drachen meines Seelenhortes


Blicke

In Welten und Weiten vor uralten Zeiten

Da klangen die Farben die Lichter des Meeres

Sie glühten und pochten sie rissen dich mit

Eine Reise nach unten und kein Schritt zurück

Da warst du ergeben dem Schöngeist des Meeres

Denn Du wurdest eins dein Leib deine Seele

Mit Plankton und Algen gewaltiger Heere

Zu Diensten auf ewig vereint und gedunsen

Du spürtest das Leben das Wahre das Nasse

Den Ursprung des Seins die Geburt einer Rasse

Doch leider ist die Hoffnung verloren

Die Keime vergoren der Zweifel geboren

Nichts hat mehr Sinn dein Leben verfault

Mit jeder Sekunde und Stunde

So schwach wie ein Blatt befallen vor der Blüte

Gefallen im Frühling auf dem Boden vergessen

Ertrunken erstickt im schäumenden Traume der hoffenden Seele

Hast Dir geopfert Dein eigenes Lamm Dein Fleisch und Dein Blut

Du weißt es war gut doch kehre zu uns bald wieder und schnell

Zurück nach Haus dann wird es hell

Die Wirklichkeit sieht eigentlich viel Besser aus

Durch dich durch uns

Trugbilder

Alle suchen immer etwas Großes
in ihrem Leben.
Etwas, das mit der Vergangenheit
und mit vergangenen Schönheiten
mithalten kann.
Denn das Vergangene ist immer
so schön, so wunderschön.
Auch wenn es schrecklich war.

Alles rauschte so vorbei an uns.
Nichts haben mir genossen,
genießen können.
Und jetzt suchen wir
die Trugbilder der Vergangenheit
in der Zukunft.
So kann man sich sehr gut
seine Zeit vertreiben,
denn solange wir unser vergangenes
Paradies nicht zu verstehen lernen,
werden wir es in der Zukunft
niemals finden.
Wer in der Vergangenheit verweilt,
Stirbt jeden Tag ein bisschen mehr.

Trugbilder, wo man nur hinblickt.
Sie begleiten uns stetig
und gaukeln uns
eine gewisse Realität vor,
die wir dankbar für wahr annehmen.
Deshalb dürfen wir auch weiterhin
blind durchs Leben stolpern.
Ist das nicht wunderbar?

Träume als Flucht
vor der scheinbaren Realität.
Scheinbare Realität als Flucht
vor irrationalen Träumen.
Angst vor Regellosigkeit.
Ein Mensch klammert an zu vielen
Regeln und Befehlen,
er glaubt nur an die Welten,
die ihm andere aufbauen.
Eigene Entmündigung.

Dead Man Walking

Was ist die Liebe?
Was ist der Tot?

Wenn:
Keine Liebe = Tot
Kein Tot = Liebe

Also:
Liebe = kein Tot
Liebe = Leben

Erst im Moment des Todes erkennt der Mörder die Liebe in sich,
die er erstach, obwohl er sie nie empfangen hatte,
die trotzdem immer in ihm war, die er nie annahm.
Die Liebe, des heiligen Momentes, der Natur und der Geburt.
Diese Liebe erschlug ihn nun.
Aber nicht von hinten. Er sah sie noch ein letztes Mal.
Er blickte in ihre Augen und sie küsste ihn, er ließ es geschehen,
darauf verbrannte er durch sein eigenes Feuer.
Ihre scharfe Kälte machte ihn neutral , zerschlitzte ihn,
weidete sein Innerstes, zerbrach sein Herz, zerriss seine Lunge,
durchtrennte seine Sehnen, machte ihn weich, entleerte seine menschliche Hülle
und füllte diese mit Liebe und Hass. Vereinte Schwestern.

Operation erfolgreich: Willenlos verlässt er dies Dasein und tritt ein in eine neue Welt.
Er lebte nur für den Moment des Kusses, für diesen einzigen Augenblick, in dem, so schien es, seine Seele zerplatzte. Das Leben. So ist es. Je früher man dies erkennt, desto länger lebt man auf der Achse. Und wenn es nur für eine Sekunde ist.

Du bist etwas Besonderes

Das weißt Du schon
Das schon
Du bist etwas Besonderes
Das war schon immer so
Das schon
Du bleibst etwas Besonderes
Daran glaubst Du
Daran schon

Aber Du glaubst auch
Dass Du vom Schicksal
Verschont bleibst
Und immer wenn dann
Doch etwas passiert
Fragst Du Dich:
Warum gerade ich
Dabei ist die Antwort
Doch so einfach:
Weil Du etwas Besonderes bist

Weißt Du noch
Damals
Die Freude und Freiheit
Beim Lagerbauen und Verstecken
Hast alles gelernt
Für spätere Zeiten
Alles schien so
Fern und weit
Jetzt ist dies alles
Noch viel ferner
Und vorbei

Dein ehemals bester Freund ist tot
Das weiß er
Das weißt Du
Das schon
Immerhin
Wer weiß das schon
Wer oder was
Er ist

fünf

funktionale feigheit
mit schlagendem sinn
in der heutigen schein-zeit
du bist, was ich bin

kreidebleiche küken
mit schrumpfendem hirn
und stahlblauen krücken
wachsen aus deiner stirn

hoffnungsvolle hühner
ertrinken im meer
die welt wird nicht grüner
wir schenken sie her

Immer wieder

Beschwichtige diese Unruhe
Das Brennen tief im Sein
Und öffne seine Truhe
Lass mal den Frieden ein
Erlaub Dir Feuerpause
Und schick die Gier in Kur
Drum eile schnell nach Hause
Zum Ich Deiner Natur
Gekonnt konntest Du lügen
Doch schießen sie zurück
Satan will sich nicht fügen
Zermartert ist Dein Glück
Was kann man Dir noch raten
Doch nur zu reflektieren
Die Seele selbst zu braten
Du wirst nie triumphieren
Ja, Du bist nur Du selbst
Das ist relativ schlecht
Denn auch wenn Du bald fällst
Bleibst Du stets selbstgerecht
Du spannst Dich vor den Karren
Den jemand anders lenkt
Machst dich so gern zum Narren
Und hängst am Galgen längst
Schon fehlen mir die Worte
Denn alles was Du weißt
Gibst ab Du an der Pforte
Es lacht dein Fäustchen feist
Dann trenn ich mich von Dir
Und spalte Dich entdrei
In Geist, Vernunft und Gier
Mir ist das einerlei
Verlassen bist Du längst
Bemerkst Du wohl die Lücke
Im Netz des Nichts Du hängst
Bis ich Dich wieder pflücke

Licht und Schatten

Die Blüten schweigen sanft in der Nacht
Denn sie lauschen dem Rauschen
Unseres pulsierenden Blutes
Und dem Pochen unserer Herzen
Die sich verschmelzen
Durch die Ohnmacht unserer Seelen

Nie soll dies Werk zerrissen werden
Durch das Verhalten derer
Die nicht verstehen können
Was Mensch sein bedeutet

Sie können verletzen
Aber nicht töten
Sie können unsere Herzen
Nur noch fester aneinander knüpfen
Niemals werden sie ihre eigenen Handlungen erkunden
Denn nur ein Mensch
Der mit dem Herzen sieht
Kann dir erklären
Was Augen überhaupt begreifen
Was Ohren jemals erfassen können

Sag nur ein Wort
Und die Welt darf untergehen
Doch bitt ich dich stets um die Wahrheit
Denn sie ist der Bindfaden unserer verbundenen Herzen
Eine Lüge würde nichts anrichten
Aber Narben verschwinden erst mit der Vernichtung

Wir reden, wir schweigen, alles gleich
Gib mir deine Hand
Und wir bauen den Grundstein der Ewigkeit
Einer Unendlichkeit von Gefühlen
Die genauso unsterblich sind
Wie unsere Seelen

Spürst du den Wind?
Atme ihn, schmecke ihn, und schrei ihn wieder heraus
Dann versuche ihn zu packen und zu halten
Er kennt keinen Unterschied zwischen Gut und Böse
Also mach ihn zu deinem Begleiter
Und du bist nie mehr allein

Wärme des Nichts

Steckst
im Kabuff deines Herzens
Schlüssel
liegt draußen und schläft
Schleckst
am Türschloss aus Gold
Bequemst
auf dem Schleifstein-Sofa
Blickst
durchs Periskop raus aus dem Kopf
Entdeckst
dich dort in dich gekehrt
Beißt
dich fest an der fragenden Gestalt
Verklemmst
bis du das Bild im Bild
Badest
in der Wärme des Nichts


Gefunden

Du traumhaftes Wesen
Bist nun so real
Wie einst das Paradies auf Erden
So zerbrechlich, voller Zier
Meine Liebe gilt nur Dir

Ich blick durch die Löcher
Der Luft und betrachte Dein Antlitz
Wie es erstrahlt
Und lächelnd mich grüßt
Und weiß, dass auch Du dies fühlst

Meine Seele weitet sich
Erstreckt sich bis zu Dir
Um bebend Zuflucht
In Deinem Atem zu finden
Und den Ängsten zu entschwinden

Immer wenn wir uns küssen
Wird ein neuer Stern geboren
Schon ewig, schon immer
In jedem neuen Leben wieder
Auf ewig einander suchend
Und immer wieder verlierend


Gefunden II

Der Himmel ist unser Zeuge
Und malt mit den Kindern unserer Küsse
Die traumverlorenen Bilder
Von Vergangenheit und Zukunft
An die Gegenwart der Nachtkuppel

In jedem Leben
Da unsere Seelen zerrissen
Voneinander getrennt werden
Sterben auch die Sonnen
Verglühen und explodieren
Weltkälte zerstört das All

Lass es nicht zu, mein Herz
Ich hüte Dich, ich liebe Dich
Wir sind die Diebe der Nacht
Man gab uns eine große Verantwortung
Doch sind wir frei wie ein fallendes Blatt

Ich bitte Dich
Weh mit mir durch unsere Welt
Durch Täler und Höhen
Über Wasser und Eis
Und bekritzel mit mir den Regenbogen

Verliere mich nicht
Suche mich jeden Tag, jede Nacht, jedes Leben
Ich will es tun
Ich küsse dir die Tränen von der Wange
Und nehme dich stumm bei der Hand
Lass uns fliegen immerzu

Gefunden III

Grenzenlose Bitternis klopft an die Brust
Zersägt mein Herz, verschlingt die Lust
Welch Hass und Trauer zersprengen die Glieder
Ein Tanz vieler Toten mit grausigen Liedern

Verkocht meine Nieren und zernagt mein Gedärm
Könnt ich bloß vergessen der Vergangenheit Lärm
Das Gesicht eines Engels verbrennt mein Gehirn
Fühl mich so brauchbar wie ein verlorener Zwirn

Oh, kalkweiße Tragik so weich doch von mir
Warum Du Gebirge, häng ich so an Dir
Ohne Haken, ohne Seile, der Absturz ist nah
Kann es nicht vergessen, all das was ich sah

Ich fliege und denke, die Nacht hält mich nass
Kann mich einfach nicht wehren, dein Licht macht mich blass
Niemals vergesse ich Dein glühend Haar
Den Klang Deiner Sinne, die Narben sogar

So kann ich nur lieben und hassen zugleich
Im Meer der Gefühle an allem zu reich
Wie teuflisch du lächelst und sprühst aus dem Blick
Der Zauber der Jahre enthüllt Dein Geschick

Denn all das Gute, das Du mir getan
Beißt nun meine Seele und rüttelt daran
Doch könnte ich landen und hätte die Wahl
Mein Zielpunkt wärst Du ma croix fatal

All Deine Worte mit heiligem Ton
Erscheinen mir bitter, gewürzt voller Hohn
Und dennoch durch dich hab ich‘s Lieben erkannt
Nun bin ich gefangen, für ewig gebannt.

Würde gern schließen die Augen und finden die Ruh
Doch vergebenes Bemühen, denn in mir lebst nur Du
Ich rufe die Geister der Hölle herauf
Oh stehlt meine Seele, zieht die Schmerzen heraus

Doch gäb es für mich kein besseres Gefüge
Als hier vor dem Spiegel, betrachtend die Lüge
Mein Leben, dein Leben, alles ist eins
Vereint im Nichts, im hauchfeinen Keins.



So

Du bist alt

Ich bin weniger alt

Jedem das Seine



Ich bin alt

Du bist weniger alt

Jedem seine Zeit

?

solange der Mensch sich erinnern kann
sollte er eigentlich in der Hoffnung leben können
dass sich manche Dinge nicht mehr wiederholen werden
da der Mensch sich durchaus in der Lage befindet
sich schlechte Dinge und Ereignisse zu merken
unter Umständen etwas daraus zu lernen
seine eigenen Nutzen daraus zu ziehen
und dementsprechend im Leben folgerichtig anders zu handeln

wo ist der Haken

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Die Rechte aller geschriebenen Texte auf dieser Homepage liegen alleine beim Autoren Marco Steeger. Jegliche weitere Veröffentlichungen (als die bereits angegebenen) und Aneignung ist von mir und auch gesetzlich untersagt. Für privat und künstlerische Zwecke können diese Texte jedoch (auf Anfrage) verwendet werden. Die Theaterstücke können bei den jeweiligen Theaterverlagen angefordert werden. Geplante Aufführungen dieser Stücke sind meldepflichtig. Vielen Dank für Ihr Interesse. :-)  Rock on. Marco Steeger